Praxisgespäche Blog Psychotherapie

Wozu dienen Gefühle?

Gefühle werden häufig als sinnlose schmerzhafte Last empfunden – wenn der Schmerz so groß ist und die Wahrnehmung völlig einschränkt ist, die Wut so hochkocht und außer Kontrolle gerät, die Angst uns einschränkt oder nachts den Schlaf raubt. In diesen Zuständen wollen wir am liebsten gar nichts mehr fühlen und manchmal verschließen wir unser Herz, weil wir befürchten den Schmerz nicht überleben zu können. Die Gefahr dabei ist, dass unser Herz versteinert und wir weder für uns noch für andere Menschen wirklich Mitgefühl empfinden können. Vielleicht bleibt ein Mitleid, aber das führt auf Dauer nicht zur Freiheit, sondern in verstrickte Beziehungen – zu sich selbst und zu anderen.

Gefühle machen Sinn

Gefühle haben neben der Orientierungs- auch eine Signal- und Mitteilungsfunktion. Sie weisen uns auf ungeklärte Themen in uns selbst hin. Bei schmerzhaften Gefühlen hilft uns die Trauer Vergangenes loszulassen, die Wut hilft uns von Menschen abzugrenzen und Veränderungen wirklich durchzuführen und die Angst warnt uns vor Gefahren. Je besser jeder Einzelne seine Gefühle und die vielen verschiedenen Differenzierungen kennt, desto besser kann er mit ihnen umgehen.

Gefühle gehören zum Leben wie Atmen und Essen. Und wir können sie beeinflussen, wenn wir sie bewusst haben und uns mit ihnen auseinandersetzen. Gefühle wollen gesehen und anerkannt werden. Sie zeigen uns unser wahres Ich mit all seinen Verletzungen und freudvollen Erfahrungen.

– Gefühle regulieren Beziehungen zu anderen Menschen

– Gefühle verhelfen zu Bewertungen

– Gefühle stoßen Entscheidungen an, vor allem spontane Entscheidungen

– Gefühle regulieren die Intensität des Erlebens und des Handelns

– Gefühle ermöglichen Prozesse und spannen einen Bogen zwischen Vergangenheit und Zukunft in der Gegenwart

Körpererleben der Gefühle

Wesentlich in Bezug auf unsere Gefühle ist, dass es Gefühle nicht ohne Körpererleben gibt. Gefühle werden im Körper gespürt und über den Körper erhält man Zugang zu den teilweise unbewussten Gefühlsinhalten. Der Druck auf der Brust, der flache Atem, die Anspannung in den Schultern, der zusammengezogene Magen müssen in der Wahrnehmung gefördert werden, um über den Körper eine Zugang zum Gefühl zu bekommen. Der Zugang vom Körper zurück zu den eigenen Gefühlen ist ein heilsamer Weg.

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