Praxisgespäche Blog Psychotherapie

Was ist ein Körpergedächtnis?

Alle unsere Erfahrungen machen wir mit und durch den Körper. Wenn wir abgewertet, geschlagen oder ausgegrenzt werden und uns verletzt fühlen, zieht sich der Körper zusammen, wird eng und angespannt, der Atem wird angehalten. Erfahren wir Wertschätzung, Liebe, Berührungen öffnen sich unsere Sinne, der Körper entspannt sich, Ruhe wird innerlich erlebbar.

Im Körpergedächtnis sind alle unseren sensorischen, motorischen und emotionalen Erfahrungen gespeichert. Schwierige oder traumatische Erfahrungen können beispielsweise Unfälle, Verlusterlebnisse, Gewalttaten, seelischer oder sexueller Missbrauch, Vernachlässigung, Operationen, Impfungen oder Erkrankungen sein, die tiefe Spuren in unserem Körper und Seele hinterlassen. Das Körpergedächtnis erinnert sich in ähnlichen Situationen oder in Stressmomenten an die gemachten Erfahrungen und löst bestimmte Verhaltensreaktionen hervor, ungeachtet, ob sie für diese Situation noch erfolgreich sind oder nicht.

Traumatische Erfahrungen

Viele Traumata liegen nicht in erster Linie im Ereignis, sondern vielmehr in der daraus sich entwickelnden körperlichen Organisation und Regulation. Das Trauma wird also im Körper und seiner Organisation gehalten und verursacht häufig Gefühle von Getrenntsein, Entfremdung, Isolation und die Unfähigkeit, auf angemessene, nährende und befriedigende Weise zu uns selbst und anderen in Beziehung zu treten.

 

Leibtherapeutische Arbeit

Die leibtherapeutische Arbeit geht über den Körper. Hier zeigen sich die Blockaden und Spannungen durch die jeweiligen Körperreaktionen. Langsam und behutsam wird durch Wahrnehmen und Hinspüren in die einzelnen Körperregionen der Zugang zu den verschütteten Erinnerungen gelegt. Wir erarbeiten Ressourcen, wo sich Körperbereich leicht, vertrauensvoll oder kraftvoll anfühlen. Die Hin- und Herbewegung zwischen Spannung und Entspannung ist Teil des heilsamen Prozesses. Der Körper weist den Weg zur Lösung.

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