Burnout – Emotionale Erschöpfung und die fehlende Grenze

BURNOUT – AUSGEBRANNT AM ARBEITSPLATZ

Kraftlos? Müde? Antriebslos? Burnout ist zu einem Dauerzustand unserer Gesellschaft geworden. Das Leben auf der Überholspur hat seinen Preis. Überstunden, Erwartungsdruck, Dauererreichbarkeit fordern seelisch und körperlich ihren Tribut. Betroffene finden nicht selten nicht mehr zurück in den beruflichen Alltag. Wie ein überstrapazierter Muskel, der seine Elastizität für immer verloren hat, ist die Regeneration aus einem Burnout nicht garantiert. Es erfordert eine Veränderung der Lebenshaltung, um Schritte wieder zurück ins Leben zu gehen.

Die Auflösung der Grenzen in der Gesellschaft ist ein Spiegel der Grenzenlosigkeit, die zu einem Burnout führt. Wir verlieren uns selbst, wenn wir nicht unsere eigenen Grenzen wahrnehmen, respektieren und uns auch mit den Grenzen anderer konfrontieren. Grenzen sind notwendig und gesund. Daher ist ein wesentlicher Schritt der Heilung, der gesunde Umgang mit eigenen Grenze und den Grenzen anderer.

Arbeit spielt sich immer im sozialen Beziehungsraum ab. Ohne Zusammenarbeit kommt nichts zustande. Daher ist die Fähigkeit zur Gestaltung gesunder zwischenmenschlicher Beziehungen mit das Wichtigste, um Burnout zu verhindern. Es hängt von der eigenen Beziehungsfähigkeit ab, ob die Arbeit Früchte trägt und ob man selbst in seiner Arbeit aufgeht. Wer einen krankhaften Ehrgeiz entwickelt, Angst hat, misstrauisch ist oder eine nervöse Ungeduld an den Tag legt, bringt diese Qualitäten mit in den Arbeitsprozess rein und vergiftet die Atmosphäre.

EMOTIONALE ERSCHÖPFUNG

Burnout ist geprägt von einem seelisch und körperlichen Erleben der Erschöpfung. Die Erschöpfungsphase ist daran zu erkennen, dass es eine dauerhaft hohe Belastung gibt, die nicht mehr durch Erholungszeiten oder Bewältigungsstrategien ausgeglichen werden kann. 

Gefühle der Ohnmacht, Hilflosigkeit, Schwere, Druckgefühle, Ängste sind typisch. Körperlich zeigen sich Vergesslichkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, starkes Grübeln, wiederkehrende Gedanken. 

Die emotionale Erschöpfung entsteht nicht durch Überbelastung, sondern ist das Resultat fehlender Grenzen, die als Belastung empfunden wird. Menschen, die sich gut abgrenzen können, haben keinen Burnout. Menschen bekommen einen Burnout, weil sie die Beziehung zu sich selbst und ihrer Umwelt verloren haben. Sie können sich schlecht oder gar nicht abgrenzen. Sie haben ein zu hohes Verantwortungsgefühl, falsch verstandene Verpflichtungsgefühle, Erwartungsdruck, ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle. Oft haben sie ein Helfersyndrom, einen Hang zu Perfektionismus und Kontrolle und einen geringen Selbstwert, den sie versuchen durch Leistung aufzubauen. 

Emotionale Erschöpfung und emotionale Abhängigkeit sind Geschwister. Wer sich selbst wenig wert ist, eigene Grenzen nicht achtet, sich schlecht abgrenzen kann, gerät schneller in emotionale Abhängigkeiten. Damit ist Tür und Tor geöffnet für ein Burnout.

BURNOUT HEILEN DURCH GESUNDE GRENZEN

Grenzen geben Halt, Struktur, Stabilität. Sie zeigen, wer du bist und wer du nicht bist. Wer sich gut abgrenzen kann, kennt und respektiert seine Grenzen. Damit steigt die Selbstachtung und damit auch der Selbstwert. Die Gefahr eines Burnouts sinkt beträchtlich. 

Grenzenlosigkeit zeigt sich beispielsweise, wenn Menschen sich zu stark mit der Arbeit identifizieren. Dann wird jede Kritik gleich persönlich und ist emotional aufgeladen. Die gesunde Distanz geht verloren. Auch in den Themen Übergriffigkeit und Manipulation zeigt sich die Grenzenlosigkeit durch den mangelnden Respekt der Grenzen anderer. Wie oft missachten Menschen im Glauben, sie tun etwas Gutes für andere, deren Grenzen? Sie denken für andere mit, haben Ratschläge ohne das sie gefragt werden, sind nett und lieb, um Anerkennung zu bekommen.

In jedem, der andere retten will, steckt ein innerer Anteil, der selbst gerettet werden will. 

Die therapeutische Arbeit zu gesunden Grenzen führt wieder zu sich selbst. Da, wo Menschen sich selbst verloren haben, braucht es Grenzen, zum sich selbst wieder zu spüren, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und neue Beziehungen einzugehen.

Gesunde Grenzen sind:

  • nicht mehr zulassen, dass andere über die eigenen Grenzen gehen
  • die Stimmen der anderen nicht mehr über die eigene Stimme stellen
  • sich nicht mehr die Angelegenheiten andere einmischen
  • andere nicht mehr zu manipulieren, um Anerkennung zu bekommen
  • eine guten Kontakt zu sich finden
  • eigene Bedürfnisse wieder spüren lernen
  • sich selbst ein guter Gegenüber sein
  • Schuldgefühle ablegen, die ein unbewusstes Abgrenzungsverbot sind

> AUTONOMIE AUFSTELLUNG online

Die Autonomie-Aufstellung ist ein spezielles Aufstellungsformat sich, um die gesunde Grenze und Verbindung zu den Selbstanteilen zu stärken.

Eine Autonomie-Aufstellung mit Figuren (Holzklötze als Stellvertreter) findet online via Videokonferenz statt.