Kultur auf Krankenschein

In der Juli/August Ausgabe des Magazins ❤️ LUST AUFS LEBEN wurde ich von Ursula Neubauer interviewt.




Kultur auf Krankenschein


Kultur auf Krankenschein


Kultur auf Krankenschein


Kultur auf Krankenschein

„Kultur inspiriert und eröffnet ganz viel, was wir als wirk- und heilsam bezeichnen,“ erklärt auch Psychotherapeutin Julia Belke.

Das heißt zum Beispiel: Wenn ich mich im Kino oder Theater mit einer der vorkommenden Figuren identifiziere und in deren Welt eintauche, kann ich auch für mich, mein Leben und meinen Alltag auf neue Lösungswege kommen. „Ich werde inspiriert, ich bekomme neue Impulse und das ist ganz wichtig“, erklärt die Psychotherapeutin der „Wiener Couch“ weiter: „Dadurch bin ich in einem Lösungs- und Schöpfungsprozess und der ist per se wirksam und gesund. Außerdem bekomme ich die Möglichkeit, in Austausch zu gehen und soziale Kontakte zu stärken – unser Wunsch nach Zugehörigkeit ist groß und Beziehung wirkt nachweislich positiv.“

Macht es einen großen Unterschied, ob ich selbst im Chor singe oder mir ein Konzert anhöre? Ob ich selbst male und fotografiere oder mir Bilder anschaue? Nein, meint Julia Belke: „Ich halte es für wichtig, da die Bewertung rauszunehmen. Ich kann auch beim Konsumieren aktiv dabei und emotional involviert sein, wenn ich mich ehrlich darauf einlasse.“

Während es in der anfangs zitierten Studie aus London vor allem um die vorbeugende Wirkung von Kultur geht, hält Gestalttherapeutin Julia Belke es auch für möglich, dass sie sogar hilft, wenn man schon depressive Ge-fühle hat: „Bei Depressionen haben wir es oft mit unterdrückten Emotionen zu tun. Ich komme nicht richtig an meine Bedürfnisse heran und richte Energie gegen mich, schaffe es nicht, sie nach außen zu bringen. Da ist die Frage, wie das, was mich runterdrückt, wieder in Fluß kommen kann. Da sind kreative Prozesse ein wirklich guter Weg.“ Man kann zum Beispiel versuchen, seine Gefühle zu malen. Also zum Beispiel dieses dunkle Loch, das Ungeheuer, dem man sich vielleicht ausgeliefert fühlt. Weiterer Vorteil: „Ich erlebe mich als selbstwirksam und fühle mich nicht länger ohnmächtig.“