Veränderungen im Leben schaffen

VERÄNDERUNGEN AKTIV INS LEBEN BRINGEN 

Der Titel „Veränderungen im Leben schaffen“ beinhaltet je nach Perspektive verschiedene Lesarten. Einmal aktiv an der Planung und Umsetzung von Veränderungen mitzuwirken und schöpferisch tätig zu sein. Auf der anderen Seite schwierige Situationen emotional zu bewältigen, die wir nicht beeinflussen können. Es ist eine Herausforderung das Leben so anzunehmen, wie es gegenwärtig ist.

Das Leben in die Hand zu nehmen und bewusst zu gestalten, ist die Grundvoraussetzung für ein erfülltes Leben. Damit verbunden ist die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und beinhaltet eigene Entscheidungen zu treffen, seinen Impulsen zu folgen und damit die Umwelt an eigene Bedürfnisse und Wünsche anzupassen. Oft auch mit Widerständen von außen. 

Jedem Menschen liegt das Potential zur Kreativität im Blut. Es ist die Kraft, Vertrautes zu verlassen, Altes loszulassen und in Interaktion mit der Umwelt neue Lösungen zu entwickeln. In Wahrheit sind wir jeden Tag herausgefordert, kreativ tätig zu sein. Verändern ist Leben. Unterstützen kann uns dabei die konstruktive Unzufriedenheit. Unzufriedenheit ist nicht per se schlecht oder negativ. Wir können uns die eigene Unzufriedenheit in einer positiven Art & Weise zu nutze machen, um Veränderungen anzugehen. Wenn alles in Ordnung ist, gibt es oft wenig Ansporn. So ist die konstruktive Unzufriedenheit, die treibende Kraft und Motivation, Neues zu wagen.

SICH SELBST VERÄNDERN

Veränderungen können wir im Außen vornehmen, doch bleibt die ersehnte Erfüllung oftmals aus, wenn nicht auch ein innerlicher Prozess damit einhergeht. Sich selbst zu verändern, ist ein nicht ganz so leichter Weg. Einfacher ist es, anderen zuzusehen, wie sie sich durch die Höhen und Tiefen der Seele arbeiten. Doch um wirklich Veränderungen zu spüren und ins Leben zu integrieren, gilt es neue Vorstellungen und Verhaltensweisen anzunehmen. Alte Gewohnheiten müssen aufgegeben, bekannte Muster reflektiert und abgelegt werden, um Platz zu machen für neue Erfahrungen.

Die alten Pfade zu verlassen, um sich selbst zu begegnen, ist kompliziert und mühsam. Themen, die eine Lösung fordern, kommen immer wieder. Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, Themen verfolgen uns und wir kommen nicht aus unserem eingefahrenen Kreislauf heraus. Manche Themen begleiten uns ein Leben lang und andere nur für eine bestimmte Zeit. 

Die unveränderliche Qualität von Neurosen, die Ungewohntes ablehnt und immer wieder im gleichen Fahrwasser treibt, gilt es zu überwinden. Therapie hilft, die eigenen Saboteure zu entlarven und Veränderungen Schritt für Schritt ins Leben zu bringen.

Das wiederholte Auftauchen von Themen macht uns darauf aufmerksam, wo wir noch wachsen und unsere Ich-Grenzen erweitern können. Daher lohnt es sich bei hartnäckigen Themen dran zu bleiben und nicht zu früh aufzugeben. Zumal die Erfahrungen des Ausprobieren, Scheiterns und Wiederaufstehen unser Leben reicher machen. Wir können uns damit zu interessanten Persönlichkeiten entwickeln, die das Leben trotz aller Hindernisse und Schwierigkeiten in die Hand nehmen und nicht untätig in der Ecke sitzen. Zudem entwickeln wir das Gespür und die Empathie für Menschen in schwierigen Situationen und können ihnen beiseite stehen, da wir diese Erfahrungen kennen. Wir müssen nicht wegsehen, weglaufen oder Ratschläge geben, sondern nehmen emotional Anteilnahme. Emotionales Teilen stiftet Gemeinschaft ohne die Verantwortung für das Schicksal eines anderen zu übernehmen oder die Probleme des anderen zu lösen.

UMGANG MIT VERÄNDERUNGEN

Manchmal sind wir gar nicht die Akteure, sondern erleben uns eher wie Zuschauer einer neuen Situation. Dann sind wir ab irgendeinem Zeitpunkt herausgefordert zu handeln. Wenn wir diesen verpassen, fühlen wir uns meistens schlecht und beginnen mit der Situation zu hadern. Dabei geht viel Energie verloren, die ins Leere fließt und keine Veränderung mit sich bringt.

Wenn wir mit neuen Situationen konfrontiert sind, werden wir dazu aufgefordert über uns hinaus zu wachsen. Dann kann jeder Mensch entdecken, wie viel ungenutztes Potential in ihm steckt. 

Veränderungen können Angst machen. Je nachdem, wie wir aufgewachsen sind, welche Unterstützung wir erfahren haben und ob der innere Boden für Veränderungen stabil genug ist. Der Wunsch, es möge erst die Angst gehen, muss enttäuscht werden. Angst gehört zum Leben und wir können nur mit der Angst gehen. Der eigenen Angst in die Augen zu schauen, lässt sie greifbar werden. Mit der genügenden inneren Distanz bekommen wir unser Kontrollempfinden zurück und können wieder aus uns selbst heraus handeln. 

Wenn Veränderungen im Außen Angst machen, zeigt das eine Abhängigkeit von der Umwelt. Die Angst und die Abhängigkeit führt uns weg von uns selbst. Je mehr wir uns von uns selbst entfernen, desto mehr nimmt das Gefühl der Ohnmacht zu. Der therapeutische Weg führt daher immer raus aus der Abhängigkeit hin zur Autonomie. Je öfters ein Mensch seine Autonomie und Unabhängigkeit erfährt, desto besser kann er mit Veränderungen umgehen und in seiner Mitte bleiben.

Mit der Erfahrung der Autonomie wächst auch die Zuversicht in die eigene Stärke. Der Mensch erfährt die eigene Selbstwirksamkeit, die zu einer positiven Spirale führt und uns aus negativen Gedanken herausführt. Veränderungen werden nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen. Sie können als Teil des Lebens angenommen werden, die neue Möglichkeiten schaffen und jeden zur Entfaltung des eigenen Potentials einlädt.