Wenn Beziehungen scheitern und ein neuer innerer Bezug entsteht
Kurzüberblick – Klientin, 42, Berlin
Diese Klientin brachte über 10 Jahre Therapieerfahrung mit und dennoch blieben zentrale Themen ungelöst. Durch 18 Autonomie-Aufstellungen über 1,5 Jahre lösten sich Beziehungsabbrüche, existenzielle Ängste und ihr inneres Drama. Die Methode wirkte wie ein Booster auf alles Vorherige.
Vor über einem Jahr bin ich durch Zufall auf die Autonomie-Aufstellungen gestoßen. Ich habe selbst viel Erfahrung nicht nur mit Therapie, sondern auch mit Aufstellungen. Jedoch war mir diese spezielle Methode neu und ich wollte dies unbedingt ausprobieren.
Mit der ersten Aufstellung habe ich mir etwas schwer getan. Ich konnte nicht so genau wahrnehmen, wie ich mich in den Positionen fühle und mir sind immer tausend Dinge, Erinnerungen und Situationen eingefallen. Meine Gedanken haben sich verselbständigt und mein Kopf hat versucht, die Kontrolle zu übernehmen. Mein Anliegen war oder besser meine Erfahrung war, dass Beziehungen immer aufhören bevor sie beginnen. Ich komme erst gar nicht dazu, eine Freundschaft oder Partnerschaft auf lange Zeit aufzubauen. Irgendetwas passiert, was ich nicht weiß und dann komme ich in tiefe Einsamkeitsgefühle und Todessehnsüchte.
Schon im ersten Bild der Aufstellung hat sich gezeigt, dass ich die Grenze falsch lege und mich ganz von meinen Selbstanteilen abspalte. Ich stehe da allein da und das ist das, was ich kenne. Ich bin hoffnungslos verloren und beginne zu resignieren. Es fühlt sich auch gar nicht mehr so schlimm an, irgendwie vertraut.
Julia fragte mich nach meiner Geburt und was vor der Geburt war. Ich weiß aus Erzählungen, dass meine Mutter während der Schwangerschaft einen Unfall und viele Schmerzen hatte. Ich hatte auch die Nabelschnur um den Hals und wäre fast gestorben. Vor mir hatte meine Mutter einen Abgang. Wir haben verschiedene Erinnerungen „getestet“ und geschaut, wo ich eine emotionale Resonanz habe. Julia hat mich auch gebeten einen verlorenen Zwilling aufzustellen und hier kam meine emotionale Resonanz. Ich bin sofort ganz mit dem Zwilling verschmolzen. Der Preis für die Symbiose mit dem verlorenen Zwilling war die Abspaltung von meinem wahren und kindlichen Selbst.
Der verlorene Zwilling war mein erstes Verlusttrauma. Keine Bindung ist so stark wie die zu einem Zwilling, auch nicht zur Mutter. Die Todessehnsüchte, das Gefühl nicht hier von der Welt zu sein, meine tiefen Sehnsüchte nach einem „Seelenpartner“, die permanenten Beziehungsabbrüche haben plötzlich einen Sinn ergeben.
Auf diese Aufstellung folgten eine nach der anderen und ich habe alle Themen, die ich in den früheren Therapien bearbeitet habe, nochmals mit dieser Methode bearbeitet. Beziehungsklärungen, Traumata, Glaubenssätze … alles nochmal durch.
Dabei ist mir deutlich geworden, dass ich eigentlich noch nie wirklich Grenzen hatte. Auch die Wahrnehmung, dass ich einen eigenen Raum habe, war mir völlig neu. Erst mit der Zeit wurde mir bewusst, dass eigentlich immer andere in meinem Raum sind. Ich habe immer die Aufmerksamkeit auf andere gerichtet, was sie denken, was sie brauchen und wie ich mich dann verhalten muss. Ich habe mich oder meine Bedürfnisse überhaupt nicht wahrgenommen. Auch mein Körper war bei manchen Themen völlig abgespalten. Auch musste ich erkennen, wie manipulierend ich unterwegs war. Ich hatte nicht wirklich Respekt vor den Grenzen der Anderen. War oft sauer, wütend, eingeschnappt oder gekränkt.
Spannend war für mich zu beobachten, dass sich der Kontakt zum wahren Selbst und zum kindlichen Selbst mit jeder Aufstellung verändert hat. Die Dialoge haben sich immer anders angefühlt. Plötzlich habe ich auch wirklich meinen Raum gespürt, den ich vorher nur visuell wahrgenommen habe. Das kindliche Selbst wollte ich immer jemanden anderen geben. Es hat viel Zeit gebraucht zu verstehen, dass ich mich ab jetzt um die Kleine kümmern muss. Seitdem achte ich mehr auf meine Bedürfnisse oder versuche es zumindest. So ganz gelingt es mir noch nicht, aber Veränderungen brauchen eben Zeit.
Was ich deutlich an Veränderungen spüre, dass ich nicht mehr so abhängig bin oder mich abhängig mache. Auch habe ich keine existentiellen Ängste mehr und spüre körperlich deutlich eine immense Ruhe und Stabilität. Das Drama ist komplett gelöst. Ich ertappe mich dabei, dass ich sogar denke „Ach, da findet sich schon eine Lösung oder ich warte mal ab.“, wenn Probleme auftauchen. Ohne das ich mir das einreden muss, um mich zu beruhigen. Es ist einfach da. Das gab es früher nie. Es war immer sofort Panik und sofortiges Handeln gepaart mit absoluter Hilflosigkeit. Was sich völlig verändert hat, dass ich keinen Druck mehr verspüre, unbedingt gesehen werden zu müssen. Ich stand immer unter Druck, mich erklären zu müssen oder nicht falsch verstanden zu werden. Das ist total weg und eine Riesenerleichterung.
Im Vergleich zu meinen jahrzehntelangen Therapieerfahrungen, wo sich auch schon viel gelöst hat, ist die Therapie jetzt noch mal wie ein Booster. Und ich spüre nach einem eigentlich kurzen Therapieprozess seit einem Jahr die Veränderungen. Ich bin total happy, die Methode kennengelernt zu haben und danke Julia für ihre Kreativität, Impulse und tolle Begleitung.“