Wie entsteht ein gesunder Selbstwert?

Auf einer theoretischen Ebene gibt es verschiedene Zugänge und Definitionen zum Selbstwert und begriffliche Abgrenzungen zu oft synonym verwendeten Begriffen wie Selbstvertrauen, Selbstakzeptanz, Selbstannahme oder Selbstliebe.

Generell kann der Selbstwert verstanden werden als die Summe positiver Selbstbewertungen. Dabei können beispielsweise verschiedene Bereiche herangezogen werden:

  1. Allgemeine Selbstwerteinschätzung
  2. Soziale Selbstwerteinschätzung
  3. Leistungsbezogene Selbstwerteinschätzung
  4. Selbstwerteinschätzung physischer Attraktivität

Die Lebensbereiche können alle unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Der Selbstwert trägt maßgeblich zum allgemeinen Wohlbefinden bei und es werden positive Eigenschaften und Verhaltensweisen mit einem hohen Selbstwert verbunden. 

Menschen mit einem hohen Selbstwert leiden in der Regel weniger unter psychischen Schwierigkeiten und Symptomen. Sie fühlen sich attraktiver, kompetenter und sozial besser eingebunden.

Die Beziehungserfahrungen aus der Kindheit sind für die Entwicklung des Selbstwertes maßgeblich. Negative Beziehungserfahrungen wie Abwertungen, Manipulation, ins Leere gehen, Nicht-gehört-werden und traumatische Erfahrungen durch Bezugspersonen führen zu einem niedrigen Selbstwert. Die Folgen können beispielsweise Depressionen, Essstörungen, Süchte und Ängste & Zwänge sein. 

Was sind die Quellen des Selbstwerts?

  • Berufliche Tätigkeit
  • Freizeitbeschäftigungen
  • Soziale Unterstützung, positive Rückmeldungen
  • Religiosität
  • Sexualität
  • Bildung
  • Kompetenzen, Fähigkeiten, Erfolge
  • Akzeptanz durch andere
  • Verbundenheit in sozialen Beziehungen

Was kannst praktisch tun, um deinen Selbstwert zu stärken?

1. Selbstzuwendung durch die Praxis der Achtsamkeit

Die tägliche Praxis der Achtsamkeit unterstützt dich, deine Bedürfnisse besser wahrzunehmen und dich selbst mit einem liebevollen Blick zu betrachten. Lerne dich selbst zu achten und wertzuschätzen. Deine Bedürfnisse wahrzunehmen und für dich gut zu sorgen. 

Mit der Praxis der Achtsamkeit können wir selbstschädigende Muster erkennen und neue Verhaltensweisen üben.

2. Sich selbst liebevoll und mitfühlend begegnen

Jeder kennt den inneren Kritiker, der sich negativ äußerst und zur Selbstabwertung führt. Das kostet Energie, ist nicht zielführend und produziert viel Leid. Daher ist es wesentlich, sich dem liebevollen Begleiter in uns zuzuwenden. Manche von uns haben ihn noch nie wahrgenommen, nie kennengelernt und suchen eher die Bestätigung im außen. Das wir alle positive Rückmeldungen von außen brauchen, ist klar. Aber wir sollten uns davon nicht abhängig machen. Wenn du deinen Selbstwert nur über das Außen aufbaust, wirst du manipulierbar, gehst eher über deine Grenzen und verlierst am Ende auch noch deine Selbstachtung. Daher ist es so wichtig den liebevollen Begleiter in uns selbst kennenzulernen. Er schaut mitfühlend und steht mit offen und ganzem Herzen hinter dir. 

3. Gut für sich sorgen

„Gut für sich sorgen“ heißt, Eigenverantwortung zu übernehmen und Taten folgen lassen. Spüren, was die eigenen Bedürfnisse sind und dann zusehen, wie du sie dir erfüllen kannst. Das kann auch sein, wahrzunehmen, das. Du Hilfe brauchst. Dann frage um Hilfe und schaue, wer dir helfen kann. Es wird Menschen geben, die es gerade nicht können, aus welchen Gründen auch immer. Dann ziehe weiter und suche gezielt nach Menschen, die gerade Kapazitäten für dich frei haben. 


Selbstwert Infografik