TRAUMATHERAPIE BEI SEELISCHEN UND KÖRPERLICHEN BELASTUNGEN

Eine Traumatherapie behandelt traumatische Erfahrungen, die sich in einer Vielzahl an möglichen Reaktionen zeigen, wie bsp.:

  • depressive Symptomatik
  • Phobien
  • Panikstörung
  • Generalisierte Angststörung
  • süchtiges Verhalten
  • erlernte Hilflosigkeit
  • Selbstverletzung
  • bewusstes Vermeiden von Gedanken und Gefühlen, die an das Trauma erinnern
  • Unfähigkeit, sich an das Trauma zu erinnern
  • Gefühl der Selbstentfremdung
  • Reizbarkeit und Wutausbrüche
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • übertriebene Wachsamkeit und Schreckreaktionen
  • somatische Reaktionen, wie Verdauungsprobleme, Reizdarmsyndrom, chronischer Schmerz, Herz-Kreislauf, Ohnmacht, Schlafstörungen)

Eine Traumatisierung versteht sich aus Sicht der Bindungstheorie als Verlust des Gefühls von Sicherheit, Ordnung und Kontinuität im Leben. Der Zugang in der Traumatherapie ist weniger eine hieb- und stichfeste Definition, was ein Trauma ist, sondern vielmehr wie sich ein Trauma anfühlt. 

Für die Bewältigung von traumatischen Erfahrungen ist es nicht erforderlich, alte Erinnerungen zu durchwühlen und den emotionalen Schmerz erneut zu durchleben (Dr. Peter Levine). Das kann zur Retraumatisierung führen. Wesentlich ist, dass die normalen instinktiven körperlichen Reaktionen zum Abschluss kommen, die durch das Trauma blockiert sind. 

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Traumatherapie ist das Aufrichten in Würde.

Der Ausstieg aus dem Trauma kann nicht kognitiv geschehen, denn das Trauma besteht nicht in erster Linie in den Gedanken, die man nicht ertragen konnte, sondern in den nicht aushaltbaren Gefühlen und den damit verbundenen körperlichen Reaktionen

Dr. Franz Ruppert

LEIBORIENTIERTE KREATIVE TRAUMATHERAPIE & GESTALT-TRAUMATHERAPIE

Traumatherapie nach dem Gestaltansatz und dem Ansatz der kreativen Leibtherapie sind eine tragfähige Verbindung und Ergänzung.

Traumata werden als unerledigte Situationen beschrieben und als das Scheitern der Integrationsleistung des Selbst sowie der Selbstunterstützung. Traumatische Erfahrungen werden im Leibgedächtnis gespeichert und wirken dort wie Fremdkörper. Über das Leibgedächtnis produzieren Menschen festgefahrene destruktive Muster. Die Trigger werden durch das Leibgedächtnis aktiviert. Aus dem Verständnis der kreativen Leibtherapie erschüttert eine traumatische Erfahrung den Menschen in all seiner Leiblichkeit.

Im therapeutischen Prozess werden die körperlichen und seelischen Abspaltungen wieder integriert, um sich aus der Starre, dem Schock, der Unkontrollierbarkeit zu befreien und wieder ein vollständiges Selbst zu erleben. Gearbeitet wird mit dem Körpererleben und dem Ausdruck von Gefühlen durch kreative Medien.

WIRKFAKTOREN & ARBEITSWEISE

  • Phänomenologische Grundhaltung durch die Unterstützung des Ausdrucks der eigenen körperlichen Wahrnehmung mit Aufmerksamkeit, Konzentration und sozialer Zeugenschaft
  • Körperbewusstweit durch die Ausweitung der Bewusstheit über die eigenen Unterbrechungsreaktionen
  • Therapie der Gefühle durch die direkte Bearbeitung von Gefühlen und den Umgang mit schwierigen Gefühlen, wie Scham, Angst, Leere, Wut
  • Der Hier&Jetzt-Fokus, um den Sog des Vergangenen zu stoppen und sich immer wieder in der Gegenwart zu verankern
  • Integration der abgespaltenen Selbstanteile und Stärkung der Ich-Struktur
  • Selbstunterstützung durch die ressourcenorientierte Haltung, das der Klient sich auf sich selbst verlassen kann

Die Arbeitsweise in der leiborientierten kreativen Leibtherapie und der Gestalt-Traumatherapie geht über den Körper und das Leibgedächtnis. Das erfordert einen Zugang zu den sinnlichen Eindrücken wie innere Bilder, Geräusche, Gerüche oder körperliche Impulse und Erregungskonturen. Der Einsatz von kreativen Medien ist dabei unterstützend.

ONLINE: TRAUMATHERAPIE MIT AUTONOMIE-AUFSTELLUNGEN

Dr. Ero Langlotz, Psychiater und Psychotherapeut, hat in den vergangenen vierzig Jahren ein neues Format für die Traumatherapie entwickelt, das sich auf die neuere Gedächtnisforschung als Gedächtnisrekonsolidierung stützt. Traumata werden demnach als ein ich-fremdes Introjekt gespeichert, die durch spezifische Lösungsstrategien wieder entfernt werden können. So bleiben die Erinnerungen an das Trauma, jedoch werden die emotionalen Trigger gelöscht. 

Durch traumatischen Erfahrungen werden die Selbstanteile fragmentiert, d.h. die gesunden Selbstanteile abgespalten. Es bilden sich Überlebensstrategien, die für den Zeitpunkt oder Zeitspanne der traumatischen Erfahrung existentiell waren, aber in aktuellen Situationen oder Beziehungen sich als destruktiv und anstrengend erweisen. 

Traumata werden als Ursache für eine gestörte Entwicklung der Autonomie gesehen. Die Fähigkeit, sich von anderen ohne Schuldgefühle abgrenzen zu können, andere Menschen nicht für eigene Bedürfnisse zu missbrauchen oder nicht missbraucht zu werden und sich selbst als vollständig wahrzunehmen, ist wenig bis gar nicht vorhanden. Als Kompensation für die mangelnde Autonomie werden destruktive Symbiosemuster entwickelt, die emotionale Abhängigkeiten schaffen und unfrei machen. Die Wahrnehmung und Erfüllung der eigenen Bedürfnisse ist blockiert.

Für die Integration der Selbstanteile und Entwicklung der Autonomie braucht es eine innere Grenze, die den eigenen Raum schützt und die Traumata entfernt. 

GEDÄCHTNISREKONSOLIDIERUNG ALS SELBSTHEILUNGSPROZESS

Das Gehirn hat bis ins hohe Alter die Fähigkeit, frühere als Erinnerung gespeicherte Traumata zu löschen.

Neue Forschungen aus der Epigenetik zeigen: „Die gute Nachricht ist, dass eine erfolgreiche traumapsychotherapeutische Behandlung zwar nicht die Sequenz des Genom verändert, wohl aber heilend bis in die epigenetischen Mechanismen der Stressregulierung und die Reparatur der DNA hineinwirkt.“ (Morath 2014: Effects of Psychotherapy on DNA Strand Break Accumulation Originating from Traumatic Stress).

Das strukturierte Format der Autonomie-Aufstellung ermöglicht die Gedächtnisrekonsolidierung (Algorithmus zur Gedächtnisrekonsolidierung nach Thomas Hensel) innerhalb des notwendigen Zeitraums der Stressverarbeitung. Innerhalb eines Zeitfensters von bis zu fünf Stunden wird das Trauma aktualisiert und neue stabilisierende Erfahrungselemente werden hinzugefügt. 

ABLAUF DER TRAUMATHERAPIE MIT AUTONOMIE-AUFSTELLUNGEN

Unter dem Punkt Autonomie-Aufstellungen findest du alle Informationen über den Ablauf und die Dauer.